Dinrndl Selber machen

Dirndl und Selbermachen ganz groß in Mode

Wer mittwochs um 19 Uhr den Pfarrsaal in Oberdolling betritt, findet dort ein Dutzend junger Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren, die konzentriert und in freudiger Atmosphäre an Nähmaschinen sitzen. Corinna, die sich gerade mit Ihren Schnittmustern und Stoffen beschäftigt, erzählt: „Jede von den Kursteilnehmerinnen bringt ihre eigene Maschine mit. Oft sind diese von Mama oder Oma ausgeliehen.“ Eine Person im Raum fällt dabei ganz besonders auf. Sie hat für jede Frage und Problemstellung der Frauen eine Lösung. Anna Layer. Die selbstständige Schneiderin trifft mit Ihren Abendkursen den Nerv der Zeit. Neben den Grundlagen des Nähens, des Zuschneidens und die Verwendung von Schnitten entstehen innerhalb von zehn bis zwölf Abenden persönlich maßgeschneiderte Dirndl, nach den Wünschen der Teilnehmerinnen. Das ist es auch, was die 28-jährige Manchingerin antreibt: „Ich finde es schön, wenn die Mädchen selbst ohne Vorkenntnisse am Ende des Kurses ganz stolz ihr eigenes Dirndl in den Händen halten.“ Mit ihrer Leidenschaft für die Schneiderei steckt sie alle an. Auch wenn hin- und wieder Nähte aufgetrennt sogleich „Hausaufgaben“ unter der Woche erledigt werden müssen, merkt man, dass alle mit Spaß und Ehrgeiz bei der Sache sind. Laura hat sich stilistisch für ein sogenanntes Arbeitsdirndl, das ohne Bluse getragen wird und zu den klassisch-traditionellen Formen gehört, entschieden. Bezüglich Stoff und Farbe ihrer Schürze muss sie sich noch nicht festlegen, denn die Herstellung des Oberteils benötigt in etwa 70% der Gesamtkurszeit. Theresa berichtet: „Ein Oberteil besteht aus 10 bis 12 Einzelteilen, die von Schnittmustern auf den Stoff aufgezeichnet und anschließend ausgeschnitten werden. Das braucht viel Zeit.“ An den kommenden fünf Abenden beschäftigen sich die jungen Frauen überwiegend mit der Nähmaschine selbst, wie Anna Layer versichert. Für die ersten Gehversuche am Gerät empfiehlt sie die Schuhe auszuziehen, um das Fußpedal besser bedienen zu können. Ausreichende Beleuchtung schont zudem die Augen und Aufnahmefähigkeit. Aber nicht nur Tipps des Profis steigern den Erfolg. Die Teilnehmerinnen helfen sich gegenseitig bei Unklarheiten und werden kurzzeitig selbst zu Experten, wenn sie über die Unterschiede ihrer Nähmaschinen fachsimpeln. In einem Punkt sind sich aber alle einig: Die Freude auf die hoffentlich zahlreichen Gelegenheiten in diesem Jahr das eigens genähte Dirndl in der Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen.

Fotos/Text: Andreas Schmidt